Was bedeutet OFC, CCA, SPOFC bei Audiokabeln?

Auf der Suche nach dem passenden Kabel im Audiobereich wird man ziemlich häufig mit Abkürzung konfrontiert mit denen man im ersten Moment erstmal nichts anfangen kann. Bei vielen Lautsprecher- oder Cinch-Kabeln liest man immer wieder etwas von OFC-Kupfer oder Litzen aus CCA – doch was meinen die Hersteller oder Händler eigentlich damit?

Abkürzungen geben Auskunft über Material 

Diese ganzen Abkürzungen sind lediglich Akronyme, die Aufschluss darüber geben, welches Material bei der Fertigung des Kabels benutzt wurde. Im Folgenden habe ich versucht alle gängigen Abkürzung zusammen zu tragen, sie näher zu erläutern und meine persönliche Meinung dazu abzugeben.

lautsprecherkabel aus kupfer

OFC – Oxygen Free Copper 

Bedeutet zu deutsch „sauerstofffreies Kupfer“ und ist das meistverwendete Material in der Elektrotechnik. Demnach wird es natürlich in allen möglichen elektrischen/elektronischen Geräten, Leitungen und Bauteilen benutzt.

OFC-Kupfer wird durch Elektrolyse gewonnen. Im Elektroylsebad aus Kupfersulfat, Schwefelsäure und Wasser wandern die Kupferatome zur Kathode und setzen sich dort ab. Laut Standardisierung hat das Reinkupfer oder Elektrolytkupfer eine Reinheit von ca. 99.99%.

Jedoch ist OFC-Kupfer auch nur eine Masche der Hersteller, um besondere Wertigkeit zu vermitteln, denn das so hochgelobte sauerstofffreie Kupfer ist im Grunde genommen das normale Industriekupfer, dass für viele andere Bereiche auch verwendet wird. Es wird durch den Prozess der Kupferraffination hergestellt und besitzt nach diesem Prozess eine Reinheit von ca. 99,95%.

Ein erneutes Elektrolysebad zur weiteren Eliminierung der eingeschlossenen Sauerstoffatome wäre für den Hersteller mit einem enormer Kostenaufwand verbunden, weshalb es man wohl davon ausgehen kann, dass das OFC-Kupfer nichts weiter ist, als normales industriell gefertigtes Kupfer. Es würde auch technisch gesehen kein Unterschied fest zustellen sein, da wir im Audiobereich nur niederfrequente Signale auf sehr kurzen Strecken übertragen und wir solche „Unreinheiten“ weder hören noch messen könnten.

CCA – Copper Clad Aluminum

„Copper Clad Aluminum“ ist kupferkaschiertes Aluminium. Das bedeutet, dass Aluminiumdrähte nur mit Kupfer beschichtet werden. Solche Kabel wurden früher oft in Elektroinstallationen benutzt, da sie deutlich günstiger als Kupferkabel waren und immer noch sind. Aluminium besitzt im Gegensatz zu Kupfer einen höheren spezifischen Widerstand – es leitet also schlechter den elektrischen Strom.

Um das Gleiche Ergebnis wie bei einem Kupferkabel zu erhalten, müsste man einen 1.6-fache größeren Leitungsquerschnitt beim Aluminium wählen. Das gilt natürlich auch bei Lautsprecherkabeln. Wer große Strecken überbrücken will, der nimmt einfach einen größeren Querschnitt und hat keine Pegelverluste zu befürchten.

Ebenso „klingt“ CCA-Kabel genauso wie ein Kupferkabel, nur das der Leistungsverlust durch den höheren elektrischen Widerstand ein wenig größer ist, was man dann durch eine verminderte Lautstärke wahrnehmen könnte.

Kupferrolle OFC

SPOFC – Silver Plated Oxygen Free Cooper

SPOFC steht für versilbertes sauerstofffreies Kupfer. Diese Kreation beruht auf zwei Annahmen.

Erstens: Silber leitet besser als Kupfer = Stimmt!

Zweitens: Im Hifi-Bereich spielt der Skin-Effekt eine Rolle = Falsch!

Skin Effekt bedeutet, dass sich der Strom bei zunehmender Frequenz immer weiter in den äußeren Bereich des Kabel verlagert. Und da Silber besser als Kupfer leitet soll das „positive Auswirkungen“ auf den Klang haben.

Der Skineffekt hat jedoch nur in der Hochfrequenztechnik eine Bedeutung ( z.B. bei Antennenkabeln, da dort im MHz-Bereich gearbeitet wird). Im Audiobereich bewegen wir uns im Bereich von 20Hz bis ca. 20-25 kHz, denn nur diesen Bereich kann der Mensch auch hören. Als was drüber oder drunter liegt, hören wir nicht.

SPOFC-Kabel sind sind also auch nur wieder eine Möglichkeit mehr, um den Kunden mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Technisch bringt es keinerlei Verbesserung – also Finger weg!

Kabel aus reinem Silber

Wie ich bei den SPOFC-Kabeln bereits erwähnt habe, besitzt Silber einen höheren Leitwert also einen geringeren elektrischen Widerstand als Kupfer. Die Einheit für den Leitwert ist Siemens pro Meter.

Kupfer:58 x 10S/m
Silber:63 x 10S/m

Silber leitet somit ein Fünkchen besser als Kupfer, jedoch muss man sich dieses technische Detail teuer erkaufen. Die Kabel kosten ein Vielfaches mehr als ein baugleiches Kupferkabel, bieten aber technisch als auch von der Akustik keinen Vorteil gegenüber einem normalen Kupferkabel. Deshalb auch hier: Finger weg, es lohnt sich nicht.

Das Ende vom Lied – ein Fazit

 

mann_alles_ioKauft euch ein normales Kupferkabel mit einem Querschnitt von 2,5mm² und ihr seid für jegliche Situation gut beraten. CCA-Kabel tun es auch, jedoch achtet darauf, dass Ihr einen Querschnitt größer benutzt, als bei Kupferkabeln. 4 mm² sollten hier auch im normalen Hausgebrauch völlig ausreichend sein. Solltest du auf der Suche nach einem passenden Lautsprecherkabel für deine Hifi-Anlage sein, dann schaue doch mal beim Lautsprecherkabel-Vergleich rein oder lies dir meine Erfahrungsberichte zu einigen ausgewählten Exemplaren durch.

2 Gedanken zu „Was bedeutet OFC, CCA, SPOFC bei Audiokabeln?

  • 5. Oktober 2016 um 17:58
    Permalink

    Hallo KnsNaru,

    jeder Leiter erzeugt ein elektromagnetisches Feld, ob Silber nun dieses Feld hemmt, kann ich nicht beantworten. Eine kurze Recherche hat mir keine Ergebnisse gebracht. Dieser Artikel geht auch eher aus audiotechnischer Sicht an die Leitermaterialien heran. Wenn Dir das SPOFC hilft, dass du weniger in der Wohnung saugen musst, dann ist das wenigstens ein positiver Grund, dem man diesem Material abgewinnen kann. 🙂

    Hinsichtlich der Korrosion hast du natürlich vollkommen Recht. Da ist Silber natürlich weniger kritisch. Jedoch verwendet man ja im Normalfall Lautsprecherkabel in der Wohnung/im Haus, wo normale, trockene Verhältnisse herrschen und man deshalb eher keine Bedenken bzgl. Korrosion haben muss, auch bei OFC.

    Grüße zurück!

  • 24. September 2016 um 16:00
    Permalink

    Nettes Argument bezüglich SPOFC.

    Kontradiktion: SPOFC hat Vorteile gegenüber OFC, auf welche in diesem Artikel kein Bezug genommen worden ist; womöglich mangels Grundkenntnis zur Physik.

    1.)
    – Es bietet Abschirmung vor Ein- und Ausstreuung
    Dies ist keine Annahme, sondern es beruht auf die Erkenntnis der Elektrostatik, welche ich dem alltäglichen Gebrauch entnommen habe. OFC-Strippen ohne Abschirmung ziehen massig Staub an, sodass sich dieser um ihnen herum wie Katzenwolle anhäuft. Seitdem ich SPOFC verwende habe ich die Zunahme an Staub nicht mehr vernommen – es bleibt sauber.

    2.)
    – Vermerk: Silber ist ein Edelmetall, welches in dem Endstadium der Verdichtung von Sternenstaub sogenannter Rießen (große Sterne) entsteht, demnach ist in Silber eine sehr große Masse auf kleinem Raum konzentriert, daher die bessere Leitfähigkeit gegenüber Kupfer, welches viel früher entsteht, auch in Prozessen kleiner Sterne.

    – Silber bietet als wesentlicheren Vorteil den, dass es hinsichtlich der Oxidation und Korrosion weniger kritisch ist, demzufolge reagiert es hinsichtlich der Redoxreaktion weniger am Übergang zum Stecker und sonstigem Kontakt, wodurch es auf Jahre hinweg eine geringfügige Beeinträchtigung auf die Impedanz der elektromagnetischen Aggregation von Kabeln, Buchsen und Steckern hat (Korrelation genannt) und es somit der Entropie zufolge nur langsam negativen Einfluss auf die Klangqualität nimmt.

    LG!

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